Warum dein Tierschutzhund kein kaputtes Tier ist – sondern ein Hund, der überlebt hat.

Viele Menschen sagen über Tierschutzhunde:

„Der ist kaputt.“
„Der hat ’nen Knacks.“
„Da kann man nichts mehr machen.“
Ganz ehrlich?
So ein Satz verrät vor allem eins: fehlendes Wissen.
Ein Hund, der Angst hat, meidet, knurrt, einfriert oder draußen völlig überdreht, ist nicht kaputt.
Er ist ein Hund, der überlebt hat – unter Bedingungen, die die meisten Menschen nie aushalten würden.
Viele dieser Hunde kennen keine sichere Kindheit.
Keinen Garten, keine Sofaecke, keinen Menschen, der sie anleitet.
Sie kennen Straßen, Enge, Kälte, zu viele Reize, zu wenig Schlaf, Stress, manchmal Gewalt – und vor allem: Unsicherheit.

Ihr Nervensystem hat gelernt:
„Überleben zuerst. Gefühle später.“
Und genau so verhalten sie sich.
Das ist nicht defekt.
Das ist logisch.
Biologisch sinnvoll.
Konsequent.
Wenn dein Hund dich meidet, nicht frisst, vor allem Angst hat oder draußen austickt, dann zeigt er nicht „Probleme“.
Er zeigt dir, wie er es in seiner alten Welt geschafft hat, überhaupt durchzukommen.
Deine Aufgabe ist also nicht, ihn zu „reparieren“.
Deine Aufgabe ist, ihm zu zeigen:
„Du musst nicht mehr kämpfen.“
Ein Tierschutzhund braucht:
Zeit.
Sanftheit.
Vorhersagbarkeit.
Ruhe.
Struktur.
Körperliche und emotionale Sicherheit.
Und einen Menschen, der ihn versteht – auch dann, wenn’s nicht hübsch aussieht.
Es gibt kaum etwas Größeres, als diesen Moment zu sehen, in dem ein Hund, der jahrelang überlebt hat, zum ersten Mal wirklich lebt.
Wenn er auf deinem Sofa einschläft.
Wenn er Futter frisst, ohne zu zittern.
Wenn er von sich aus zu dir kommt.
Wenn er dich nicht mehr scannt – sondern dir vertraut.
Tierschutzhunde sind keine kaputten Tiere.
Sie sind Überlebende mit einer Geschichte.
Und wenn du ihnen hilfst, sicher zu werden, schreiben sie mit dir ein neues Kapitel.
Wer das begriffen hat, sieht diese Hunde mit ganz anderen Augen.
Im Bild zu sehen: Dobby unser Tierschutzhund, er ist seit 11 Jahren bei uns 🙂
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