Sollen sich Hunde an der Leine begrüßen?
Kurzantwort: Nein – und zwar aus guten Gründen.**
Viele denken noch immer, dass Hunde „das mal eben regeln“.
Aber das ist ein Mythos. Und ein gefährlicher dazu.
Hunde kommunizieren über Körpersprache, über Bögen, über Tempo, über Abstand.
All das geht an der Leine nicht. Eine Leine macht aus feinster Kommunikation eine Zwangssituation. Die Hunde können nicht ausweichen, nicht langsam nähern, nicht stoppen – sie müssen frontal drauf zu. Und frontal heißt im Hundekopf immer: Anspannung.
Neurobiologisch ist das ziemlich simpel:
Wenn zwei Hunde an der Leine aufeinandertreffen, steigt die muskeltonische Grundspannung, die Atmung verändert sich, die Amygdala prüft auf Bedrohung – und der Stresslevel schießt hoch, bevor überhaupt ein „Hallo“ möglich ist.
Unsichere Hunde fühlen sich in die Ecke gedrängt. Reaktive Hunde fühlen sich bestätigt. Und souveräne Hunde? Die gehen innerlich einen Schritt zurück, weil sie wissen: Das hier ist keine gute Situation.
Das hat nichts mit „Sozialkontakt verbieten“ zu tun.
Ganz im Gegenteil.
Gute Kontakte brauchen Raum, Zeit und freiwillige Bewegung – nicht Leinenzug, nicht Druck, nicht dieses erzwungene „Na, sagt mal Hallo!“.
Und ganz ehrlich:
Du weißt nie, wen du da gerade triffst.
Einen überforderten Hund?
Einen traumatisierten?
Einen, der schlechte Erfahrungen gemacht hat?
Oder einen, der deinen Hund einfach massiv einschüchtern wird?
Deshalb ist die Regel so einfach wie wichtig:
Keine Leinenbegrüßungen. Punkt.
Wenn zwei Hunde Kontakt haben sollen, dann geplant, kontrolliert, mit Abstand und in einem Umfeld, in dem sich beide frei und freiwillig bewegen können. Alles andere ist Stress – und Stress ist das Letzte, was Mensch-Hund-Teams brauchen.
Coaching statt Kontrolle. Verbindung statt Druck.
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